Rudolf-Sack-Straße

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Die Rudolf-Sack-Straße war eine Anliegerstraße im Stadt­teil Lindenau. Sie lag auf dem Flurstück 768/a der Gemarkung Lindenau. Ein amtlicher Straßenschlüssel ist nicht überliefert. – Die Straße ist zwar als Fuß- und Radweg noch vorhanden, hat aber keinen Namen mehr.

Lage

Die 155 Meter lang Straße führte geradlinig und kreuzungsfrei von der Aurelien­straße in einer südlichen Richtung zur Karl-Heine-Straße. Dabei lag sie am linken, westlichen Ufer des Karl-Heine-Kanals, so dass die linke, östliche Straßen­seite nicht bebaubar war. Die einzig vergebene Hausnummer 1 befand sich an der Ecke zur Aurelien­straße.

Geschichte

Die Straße wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts angelegt. Erstmals erscheint sie 1894 im Leipziger Adreßbuch, damals hieß sie Quai­straße ()[1]. Mit diesem Namen wurde Bezug auf das Kanal­ufer genommen. Vermutlich wurde der Straßen­name aber schon vor der Eingemeindung von Lindenau nach Leipzig 1891 vergeben, da er in der Leipziger Altstadt schon für eine andere Straße galt.

Ursprünglich war wohl geplant, die Quaistraße weiter nach Süden in den Stadtteil Plagwitz zu verlängern, wo sie noch die Weißenfelser Straße kreuzen und an der Jahn­straße (heute Teil der Industrie­straße) enden sollte (vgl. Stadtplan von 1895, Seite [63]).

In den Adressbüchern 1905 und 1906 wird die moderne Schreibweise Kai­straße ()[2] benutzt.

Rudolph Sack

Da die heutige Carl-Maria-von-Weber-Straße in der Westvorstadt damals ebenfalls „Kai­straße“ hieß, wurde am 14. April 1906 beschlossen, die Kaistraße in Lindenau wegen Namens­gleichheit in Rudolf-Sack-Straße ()[3] umzubenennen. Dies trat am 1. Januar 1907 in Kraft (vgl. Bekannt­machung vom 14. April 1906). – Mit dieser Umbenennung wurde der Leipziger Unternehmer Rudolph Sack (1824–1900) geehrt. Teile der von ihm gegründeten Landmaschinen­fabrik Rud. Sack befanden sich direkt an der Straße.

Im letzten Adressbuch 1949 wird der Straßenname noch aufgeführt; danach verlieren sich seine Spuren. Offensichtlich wurde die Straße vom Betriebs­gelände des VEB Bodenbearbeitungs­geräte Leipzig, wie die Fa. Rud. Sack jetzt hieß, überbaut und eingezogen. Ob eine förmliche Aufhebung des Namens stattfand, ist nicht überliefert.

Nach dem Abbruch der industriellen Bebauung kam die ursprüngliche Straße wieder zum Vorschein. Inzwischen ohne Namen bildet sie jetzt den Ostrand des Jahrtausendfelds. Der nördliche Teil wird als Spielplatz genutzt.

Im Jahr 2001 erhielt eine ganz andere Straße im Stadtteil Plagwitz den Namen Rudolph-Sack-Straße.

Literatur

Fußnoten

  1. korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift
  2. korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift
  3. korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift