Rudolf-Sack-Straße: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 27. September 2025, 07:30 Uhr
Die Rudolf-Sack-Straße war eine Anliegerstraße im Stadtteil Lindenau. Sie lag auf dem Flurstück 768/a der Gemarkung Lindenau. Ein amtlicher Straßenschlüssel ist nicht überliefert. – Die Straße ist zwar als Fuß- und Radweg noch vorhanden, hat aber keinen Namen mehr.
Lage

Die 155 Meter lang Straße führte geradlinig und kreuzungsfrei von der Aurelienstraße in einer südlichen Richtung zur Karl-Heine-Straße. Dabei lag sie am linken, westlichen Ufer des Karl-Heine-Kanals, so dass die linke, östliche Straßenseite nicht bebaubar war. Die einzig vergebene Hausnummer 1 befand sich an der Ecke zur Aurelienstraße.
Geschichte
Die Straße wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts angelegt. Erstmals erscheint sie 1894 im Leipziger Adreßbuch, damals hieß sie Quaistraße ()[1]. Mit diesem Namen wurde Bezug auf das Kanalufer genommen. Vermutlich wurde der Straßenname aber bereits vor der Eingemeindung von Lindenau nach Leipzig 1891 vergeben, da er in der Leipziger Altstadt schon für eine andere Straße galt.
Ursprünglich war wohl geplant, die Quaistraße weiter nach Süden in den Stadtteil Plagwitz zu verlängern, wo sie noch die Weißenfelser Straße kreuzen und an der Jahnstraße (heute Teil der Industriestraße) enden sollte (vgl. Stadtplan von 1895, Seite [63]).
In den Adressbüchern 1905 und 1906 wird die moderne Schreibweise Kaistraße ()[2] benutzt.

Da die heutige Carl-Maria-von-Weber-Straße in der Westvorstadt damals ebenfalls „Kaistraße“ hieß, wurde am 14. April 1906 beschlossen, die Kaistraße in Lindenau wegen Namensgleichheit in Rudolf-Sack-Straße[3] ()[4] umzubenennen. Dies trat am 1. Januar 1907 in Kraft (vgl. Bekanntmachung vom 14. April 1906). – Mit dieser Benennung wurde der Leipziger Unternehmer Rudolph Sack (1824–1900) geehrt. Teile der von ihm gegründeten Landmaschinenfabrik Rud. Sack KG befanden sich direkt an der Straße.
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1913 - Blick nach Süden
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1913 – Blick nach Nordwesten
Im letzten Leipziger Adreßbuch 1949 wird der Straßenname noch aufgeführt; danach verlieren sich seine Spuren. Offensichtlich wurde die Straße vom Betriebsgelände des VEB Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig, wie die Fa. Rud. Sack jetzt hieß, überbaut und eingezogen. Ob eine förmliche Aufhebung des Namens stattfand, ist nicht überliefert.
Nach dem Abbruch der industriellen Bebauung in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre kam die ursprüngliche Straße wieder zum Vorschein. Inzwischen ohne Namen bildet sie jetzt den Ostrand des Jahrtausendfelds. Der nördliche Teil wird als Spielplatz genutzt.
Im Jahr 2001 erhielt eine ganz andere Straße im Stadtteil Plagwitz den Namen Rudolph-Sack-Straße.
Literatur
- Eschner 1910, Seite 168
Fußnoten
- ↑ korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift
- ↑ korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift
- ↑ Die Falschschreibung des Vornamens ist auf Dudens Vornamenreform zurückzuführen, der 1902 ausdrücklich die Schreibung „Rudolph“ verbot.
- ↑ korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift