Adam Friedrich Oeser
Adam Friedrich Oeser war Maler und Bildhauer in Leipzig. Er war der erste Direktor der Leipziger Kunstakademie.
Leben
Adam Friedrich Oeser ()[1] wurde am 17. Februar 1717 in Preßburg geboren. Die Stadt an der Donau war damals Hauptstadt des Königreichs Ungarn, seit 1993 ist Bratislava die Hauptstadt der Slowakischen Republik.
Nach einer zweijährigen Lehre in Preßburg bei dem Maler Ernst Friedrich Kamauf (1696–1749) ging Oeser im Jahr 1730 nach Wien, wo er bis 1739 an seiner künstlerischen Ausbildung arbeitete. In den Jahren 1733 bis 1735 studierte er noch einmal in Preßburg bei dem Bildhauer und Medailleur Georg Raphael Donner (1693–1741). Im Jahr 1739 verließ Oeser Wien und ging nach Dresden, wo er bis 1756 als Maler arbeitete.

Seit 1759 wirkte Oeser in Leipzig. Am 6. Februar 1764 wurde er erster Direktor der neu gegründeten Leipziger Zeichenakademie, des ältesten Vorläufers der heutigen Hochschule für Graphik und Buchkunst; dieses Amt führte er bis zu seinem Tode. Am 13. Februar 1764 wurde er zum kurfürstlichen Hofmaler ernannt.
Zwischen 1765 und 1768 gab Oeser dem Studenten Johann Wolfgang Goethe (1749–1832) Zeichenunterricht.
Im Jahr 1776 wurde Oeser in die Leipziger Freimaurer-Loge Balduin aufgenommen.
Am 18. März 1799 starb Adam Friedrich Oeser im Alter von 82 Jahren in Leipzig.
Am 4. Januar 1800 folgte ihm Friedrich Tischbein (1750–1812) im Amt des Direktors der Kunstakademie.
Am 3. Februar 1800 wurde ein Teil seines Nachlasses, vor allem Kupferstiche und Kupferstich-Werke, durch den Leipziger Buchhändler und Auktionator August Weigel (1773–1846) versteigert.
Familie
Oeser heiratete am 5. November 1745 Rosine Elisabeth Hohburg, mit der er acht Kinder hatte, von denen vier bereits als Kind starben. Bekannt wurden die Töchter Friederike Oeser (1748–1829) und Wilhelmine Geyser (1755–1813) sowie der Sohn Johann Friedrich Ludwig Oeser (1751–1791).
Werke
Von Oeser stammt unter anderem die Ausmalung des Festsaales des Gohliser Schlösschens und der Nikolaikirche sowie das alte Gellertdenkmal und das Königsdenkmal.
Erinnerung
Im Jahr 1881 erhielt die heutige Bosestraße in der Westvorstadt den Namen Oeserstraße. Seit 1895 heißt eine Straße in Schleußig wieder Oeserstraße. Seit dem 3. September 1999 trägt die 70. Schule (Grundschule) in Eutritzsch den Namen Adam-Friedrich-Oeser-Schule.
Weblinks
Literatur
- Förster, Otto Werner: Adam Friedrich Oeser (1717–1799) »Stille Größe und edle Einfalt«. – In: Förster, Otto Werner (Hrsg.): Freimaurer in Leipzig. TAURUS Verlag, Leipzig 1999. Seite 15–21
- Gräfe, Kristina: Adam Friedrich Oeser und die Gründung der Kunstakademie in Leipzig. – In: Topfstedt, Thomas; Zwahr, Hartmut (Hrsg.): Leipzig um 1800. Beiträge zur Sozial- und Kulturgeschichte. Beucha: Sax-Verlag, 1998. Seite 127–142
- Loh, Gerhard: Bibliographie der Antiquariats-, Auktions- und Kunstkataloge (BAK). Sonderband 5: Verzeichnis der Kataloge von Buchauktionen und Privatbibliotheken aus dem deutschsprachigen Raum 1796–1809. Leipzig 2008.
- Stadtarchiv Leipzig (Hrsg.): LEXIKON Leipziger Straßennamen. Leipzig: Verlag im Wissenschaftszentrum, 1995. Seiten 39, 159
Fußnoten
- ↑ korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift