Löwenbrunnen

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Der Löwenbrunnen ist ein Ziehbrunnen in der Leipziger Innenstadt. Er befindet sich am offenen Süd­­rand des Nasch­­markts. Die Vorder­seite liegt direkt an der Grimmaischen Straße.

Beschreibung

Löwenbrunnen 2024

Die Anlage ist streng symmetrisch. Der mittlere Teil mit quadra­tischem Grund­riss trägt links und rechts zwei eiserne Hand­schwengel sowie vorn den Wasser­speier, der ein flaches Becken füllt. Beidseits dieses hohen Mittel­teils befinden sich zwei flachere Bänke, auf denen je ein eiserner, nach außen blickender Löwe ruht.

Geschichte

Der Löwenbrunnen ersetzte einen Delphinbrunnen, der sich (ganz unabhängig vom ehemaligen Herkules­brunnen in der Platzmitte) seit mindestens 1710 an dieser Stelle befand. Ein Plan, der Hans August Nienborg zu­geschrieben wird und auf „um 1707–1710“ datiert ist, zeigt auf dem Naschmarkt zwei Röhr­kästen[1]: den des Herkules­brunnens und den an der Grimmaischen Straße.

1749

Eine Abbildung dieses Vorgängers findet sich auf einem Kupferstich, den Joachim Ernst Scheffler 1749 schuf (unterer Bildrand). Der alte Brunnen hatte die Gestalt einer Glocke, an deren Seiten vier von je einem Kind gerittene Delphine nach unten glitten. Den oberen Abschluss bildete ein an ein Zwiebel­türmchen erinnernder Aufsatz.

Wann und warum der Delphin­brunnen ersetzt wurde, ist nicht überliefert. Ebenfalls ist nicht bekannt, ob ein Zusammen­hang mit dem Verschwinden des Herkules­brunnens besteht.

um 1810

Ein auf „um 1810“ datierter Kupferstich zeigt dann die Grundform des heutigen Löwenbrunnens. Er bestand zunächst aus Holz; die Löwen waren goldfarben und lockig. Ob es sich hier um eine künsterische Freiheit des Stechers handelt, ist unklar. Überliefert ist, dass die heutigen Eisen­teile um 1820 nach einem Entwurf von Gottfried Schadow (1764–1850) in Lauch­hammer gegossen wurden. Auf­fallend ist, dass es ursprünglich zwei Aus­lässe in das Becken gab: für jeden Schwengel einen eigenen. Es handelt sich also um einen Doppelbrunnen.

Nach einer Stiftung des Zigarren­fabrikanten Hugo Haschke (1865–1918) ersetzte der Architekt Hugo Licht im Jahre 1918 alle Holz­teile durch Stein­quader. Daran erinnert eine Inschrift auf der Rück­seite des Brunnens. Gleichzeitig wurden auch die beiden Auslässe durch einen einzigen ersetzt, der die Form eines Froschmauls hat.

Weblinks

Fußnoten

  1. Ein „Röhrkasten“ war ein unterirdischer Behälter, der mit Wasser aus der Röhrenfahrt befüllt wurde. Die „Röhrenfahrt“ war ein System von Holzröhren, die Wasser in der Innen­stadt verteilten, das die Wasser­künste aus dem Pleiße­mühlgraben entnahmen. Die Brunnen bezogen also kein Grundwasser.