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	<title>Die gebrochene Schrift - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-13T18:27:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Leipzig-Wiki</subtitle>
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		<id>http://leipzig-wiki.de/index.php?title=Die_gebrochene_Schrift&amp;diff=360&amp;oldid=prev</id>
		<title>André Loh-Kliesch: Neuanlage: Textspende aus dem Leipzig-Lexikon</title>
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		<updated>2024-10-09T17:07:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Neuanlage: Textspende aus dem Leipzig-Lexikon&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Vom 12. Jahrhundert bis zum »Normalschrifterlass« 1941 wurde im deutschsprachigen Raum überwiegend die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;gebrochene Schrift&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; benutzt, unter anderem die Schriftarten Textura, Rotunda, Schwabacher oder Fraktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:rundeSchrift.svg|thumb|x32px|Antiqua – rund]]&lt;br /&gt;
[[Bild:gebrocheneSchrift.svg|thumb|x32px|Fraktur – gebrochen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gebrochene „deutsche“ Schrift unterscheidet sich von der „runden, lateinischen“ Antiqua vor allem durch das Aussehen der Buchstaben. Vor allem die kreisrunden Formen etlicher Buchstaben wurden oben und unten durch „Knicke“ aufgebrochen, so dass die Buchstaben schmaler sind als die runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheiten gibt es auch in der Rechtschreibung des Buchstabens &amp;#039;&amp;#039;s&amp;#039;&amp;#039;. Je nach der Stellung im Wort und dem Sinnzusammenhang wird eingesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;lange s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (ſ): im Anlaut und Wort-Inneren,&amp;lt;br&amp;gt; z. B. [[Bild:Schreiben.svg|x16px]] = schreiben, [[Bild:Gast.svg|x16px]] = Gast&lt;br /&gt;
*das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;runde s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (s): am Wort-Ende, bei Zusammensetzungen auch innerhalb,&amp;lt;br&amp;gt; z. B. [[Bild:Gas.svg|baseline|x14px]] = Gas, [[Bild:Gasturbine.svg|baseline|x14px]] = Gasturbine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider ging dieses Wissen offenbar verloren, so dass das &amp;#039;&amp;#039;lange s&amp;#039;&amp;#039; beim heutigen dekorativen Einsatz der gebrochenen Schrift oft falsch durch ein &amp;#039;&amp;#039;rundes s&amp;#039;&amp;#039; ersetzt wird. Die Schreibweise [[Bild:GasthofFalsch.svg|x16px]] ist aber unhistorisch und zeigt nur, dass es sich gerade &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; um eine uralte Einrichtung handelt – sonst stünde da [[Bild:Gasthof.svg|x16px]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Zwangsligaturen.svg|thumb|x32px|Zwangs&amp;amp;shy;ligaturen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer wichtiger Unterschied war der Einsatz sogenannter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zwangs­ligaturen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: die Buchstaben­kombinationen &amp;#039;&amp;#039;ch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ck&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;st&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;tz&amp;#039;&amp;#039; waren (außer an Wortfugen: [[Bild:Tatze.svg|x16px]], aber [[Bild:Tatzeit.svg|x16px]]) &amp;#039;&amp;#039;ein&amp;#039;&amp;#039; Zeichen, so wie heute noch &amp;#039;&amp;#039;ß&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Merkspruch »Trenne nie ſt, denn es tut ihm weh!« bezog sich nur auf das &amp;#039;&amp;#039;lange s&amp;#039;&amp;#039; – ein st kann immer getrennt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Zwangsligaturen werden heute geflissentlich ignoriert, wie folgendes Bei­spiel zeigt: Auerbach hat beim &amp;#039;&amp;#039;ch&amp;#039;&amp;#039; die Ligatur [[Bild:Ch.svg|x16px]], die eigentlich nicht auseinander geschrieben werden darf!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=300 heights=167&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bild:AuerbachOriginal.jpg|Historisches Original (Goethes Faust)&lt;br /&gt;
Bild:AuerbachWerbung.jpg|Historisierende Kopie (Mädlerpassage)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens sieht man hier auch, dass der heute verpönte „Deppen-Apo­stroph“ bei &amp;#039;&amp;#039;Auerbach’s&amp;#039;&amp;#039; schon vom großen Goethe genutzt wurde…&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>André Loh-Kliesch</name></author>
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